THT-band 7
       
 

Band 1: NS-Belastete von der Ostalb
Band 2: NS-Belastete aus dem Raum Ulm/Neu-Ulm
Band 3: NS-Belastete aus dem östlichen Württemberg
Band 4: NS-Belastete aus der Region Oberschwaben
Band 5: NS-Belastete aus dem Bodenseeraum

Band   6: NS-Belastete aus Südbaden
Band   7: NS-Belastete aus Nordbaden und Nordschwarzwald
Band   8: NS-Belastete aus dem Norden des heutigen Baden-Württemberg
Band   9: NS-Belastete aus dem Süden des heutigen Baden-Württemberg
Band 10: NS-Belastete aus der Region Stuttgart

 

Bd. 7 "NS-Belastete aus Nordbaden+Nordschwarzwald" erscheint voraussichtlich im Sommer/Herbst 2017. Vorgesehener Inhalt:

  • Borho, Emil (1902-1965), alter Kämpfer, Jurist, u.a. in der badischen Staatskanzlei Berlin
    (Clemens Wöppel)
  • Cerff, Karl (12.03.1907 Heidelberg – 04.05.1978 Karlsruhe), 1922 SA, 1926 NSDAP, ab 1928 Funktionär der Hitlerjugend Heidelberg sowie Baden und Reich, zuletzt 1943 SS-Brigadeführer, Ministerialdirektor in Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda,  30.01.1942 - 09.11.1944 Pers.Stab RF SS, führendes Mitglied der HIAG, zuletzt 1963 2. Bundessprecher, arbeitete für den Europäischen Buchclub in Stuttgart. Gründete den Freundeskreis Bergherberg, gedacht als Beistand für Rudolf Heß. Unterhielt diverse Kontakte zu prominenten Politikern.
    (Dr. Karsten Wilke) 
  • Deussen, Julius (1906-1974), Dr. med. habil., Dr. phil., Psychiater, Oberfeldarzt. Geboren und aufgewachsen in Leipzig, Studium der Philosophie in Leipzig, Dr. phil. 1932 an der Hochschule Leipzig, dann Mitglied der NSDAP und SA. 1935-1937 Assistenzarzt an der Psychiatrischen Universitätsklinik Freiburg, dort Dr. med., dann Arzt an der Landesheilanstalt Haina. 1939 Nervenfacharzt, seit diesem Jahr Abteilungsleiter an der Deutschen Forschungsanstalt für Psychiatrie (Kaiser-Wilhelm-Institut) in München, „erbpsychologische“ Untersuchungsstation in Oberbayern, daneben immer wieder als Truppenarzt, so als Psychiater und Neurologe, tätig. Ab 1943 an der Heidelberger Psychiatrischen Universitätsklinik wesentliche Mitwirkung an einem biologistisch-rassistischen „Forschungsprogramm“ im Zusammenhang der „Euthanasie“, das die Ermordung von Kindern voraussetzte. Ab 1945 zunächst praktischer Arzt in Plankstadt, 1955 Regierungsmedizinalrat, Tätigkeit für die Bundeswehr ab 1956, sollte am „Ausbau der deutschen Wehrpsychiatrie“ beteiligt werden, Oberstabsarzt, 1959 Oberfeldarzt. u.a. Gutachter für Kriegsdienstverweigerer.
    (Frank-Uwe Betz)
  • Fuchs, Wilhelm (1.9.1898 in Mannheim – 24.1.1947 Belgrad), promovierter  Agrarwissenschaftler. Zur Zeit des Nationalsozialismus war Fuchs SS-Oberführer und Oberst der Polizei, Führer der Einsatzgruppe „Serbien“ und Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD (BdS) in Serbien, Kommandeur der Sicherheitspolizei und des SD in Litauen, BdS Ostland in Riga und Führer des Einsatzkommandos 3 in der Sowjetunion.
    (Prof. Dr. Christoph Kopke)
  • Gehrum, Julius (1889-1947), Goldschmied, Gendarm, 1933 NSDAP, 1934-1940  Leiter Gestapo Kehl, 1937 SS (zuletzt: SS-Hauptsturmführer), 6/1940 Sektionsleiter Gestapo in Straßburg (zuletzt Kriminalkommissar)
    (Eva-Maria Eberle)
  • Geiger, Willi  (22.5.1909 Neustadt/Weinstraße– 19.1.1994 Karlsruhe)
    Jurist, 1933 SA, Schulungs- und Pressereferent, 1934 NS-Rechtswahrerbund, NSV. 1937 NSDAP, 1938 SA-Rottenführer. 1941 Diss.: „Die Rechtsstellung des Schriftleiters nach dem Gesetz vom 4. Oktober 1933“. Befürworter Arierparagraph (Klee, 177). Staatsanwalt Sondergericht Bamberg: Todesurteile. Nach 1945 Oberlandesgerichtsrat in Bamberg, 1949 Leiter Verfassungsreferat Bundesjustizministerium. 1950 Bundesgerichtshof, 1951 Senatspräsident, 1951-1977 Bundesverfassungsgericht. 1954 Honorarprof. Speyer. Beteiligt 22.5.1975 am Extremistenbeschluss .
    (Dr. Helmut Kramer)
  • Greifeld, Rudolf (6.11.1911-1984), Kriegsverwaltungsrat im zivilen Stab des Militärbefehlshabers  von Paris. Nach 1945 Oberregierungsrat im Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg, 1956-1974 Chef Kernforschungszentrum Karlsruhe.
    (Prof. Dr. Bernd-A. Rusinek)
  • Heim, Aribert (1914 – 1992, Kairo)
    Dr. med., KZ-Arzt, SS-Hauptsturmführer (1944). 1940 Lagerarzt Sachsenhausen, Juni 1941 Buchenwald, Oktober 1941 Mauthausen. Hundertfache Morde mit der Spritze. 1949 Praxis in Mannheim, 1954 Arzt für Frauenkrankheiten Baden-Baden. 1962 verschwunden, 2012 für tot erklärt.
    (Dr. Stefan Klemp)
  • Kalmbacher, Josef (   ),NSDAP-Ortsgruppenleiter, Kreispropagandaleiter und stv. Bürgermeister in Rastatt.
    (Oliver Fieg)
  • Karg, Julius (13.11.1907 Mannheim – 15.4.2004 Mosbach): Jurist, ab 1933 SS-Mitglied (Obersturmführer), seit 1937 NSDAP-Mitglied und bad. Landesbeamter, am 21.6.1940 zum Chef der Zivilverwaltung im Elsass versetzt, 1940-1942 Landkommissar und NSDAP-Kreisrechtsamtsleiter in Rappoltsweiler, in zahlreiche Korruptionsfälle verstrickt, 1942 Parteiausschluss, 1943 wegen „Untreue“ zu 12 Jahren Zuchthaus verurteilt, im Mai 1945 als „entlassener Kriegsgefangener“ in Mannheim aufgetaucht; strafrechtliche Verurteilung nach dem Krieg revidiert.
    (Dr. Wolf-Ingo Seidelmann)
  • Knäbel, Alois (1902-1965), Freikorps, 1933 NSDAP, SS (zuletzt SS-Sturmbannführer), 1941 Waffen-SS (ausgesprochener Killer, in SU, in Frankreich), Todesurteil, später 12 Jahre Haft (bis 1957), Suizid
    (Dr. Adalbert Metzinger)
  • Kraft, Herbert (*1886 in Heidelberg, gest. 1946 in Freiburg/Br.)
    Nationalsozialistischer Politiker aus Baden mit dem Spezialgebiet der Erziehungs- und Bildungspolitik. 1923 NSDAP,  bis 1929 Lehrer in Pforzheim, 1928-1933 Ortsgruppenleiter Pforzheim, von 1929 - 1934 MdL (Baden), letzter Landtagspräsident ab 1933. 1933 Ministerialrat im Badischen Unterrichtsministerium (Abteilung Höhere Schulen) und 1934 MdR (Wahlkreis Baden). 1940 zusätzlich Ministerialrat beim Chef der Zivilverwaltung Elsass, verantwortlich für die Abteilung Erziehung, Unterricht und Volksbildung sowie Sportgauführer Baden und Elsass. Tod 1946 als Gefangener im Freiburger Internierungslager der französischen Militärbehörden unter bislang noch ungeklärten Umständen.
    (Joey Rauschenberger)
  • Krieck, Prof. Dr. Ernst (*1882 in Vögisheim/Südbaden; gest. 1947 in Moosburg/Isar); Volksschullehrer und Autodidakt, der mit seinen philosophischen und pädagogischen Schriften zu einem der führenden nationalsozialistischen Erziehungswissenschaftler wurde; seit 1932 Mitglied der NSDAP; 1934-1938 Gutachter für den Sektor Wissenschaft im Sicherheitsdienst des Reichsführers SS; 1933/34 Rektor der Universität Frankfurt; 1934-1945 Lehrstuhlinhaber der Philosophie an der Universität Heidelberg; 1937/38 Rektor der Universität Heidelberg; geriet seit 1938 in Konflikt mit anderen NS-Ideologen und legte daraufhin seine Ämter nieder; wurde nach seinem Tod als „Mitläufer“ entnazifiziert.
    (Vanessa Hilss)
  • Mühe, Wilhelm Dr., (24.05.1882-?), Jurist, badischer Ministerialdirektor.
    (Rebecca Heyder)
  • Müller-Trefzer, Friedrich Karl (1879 - 1960), Jurist, 1920 DVP, 1926 Oberregierungsrat Baden 1933 NSDAP und Leiter Badische Staatskanzlei (Michael Ruck: „Kollaborateur der ersten Stunde“), 1939 Ministerialdirektor badisches Innenministerium, 1952/53 umfassende Rechtfertigungsschrift
    (Prof. Dr. Frank Engehausen)
  • Neinhaus, Carl (1888-1965), Jurist. 1914-1918 Kriegsdienst. 1919-1928 Beigeordneter in Homburg/Niederrhein und Barmen. Parteilos, nationalkonservativ. 1928 Wahl zum Heidelberger OB durch den Bürgerausschuss, Amtsantritt am 21.2.1929. März/April 1933 prompter Vollzug der NS-Gleichschaltung. 1.5.1933 Eintritt in die NSDAP, Verbleiben im Amt. Spannungsverhältnis zu NS-Kreisleiter Wilhelm Seiler, gegen den er die Kommunalverwaltung als seine Domäne verteidigte. Das Führerprinzip (1935 neue Gemeindeordnung) entsprach seinem autokratischen Amtsverständnis. Die Judenverfolgung überließ er den NS-Organisationen; in wenigen Fällen half er Verfolgten. Am Kriegsende im März 1945 Mitwirkung an der kampflosen Übergabe der Stadt. Entlassung aus dem Amt durch das US-Militär und vorübergehende Inhaftierung. 1947 Einstufung als „Mitläufer“, 1949 als „Entlasteter“. 1950 Eintritt in die CDU und Wahl in den Landtag von Württemberg-Baden. 1952-1960 Mitglied und Präsident der Verfassungsgebenden Versammlung, dann des Landtages von Baden-Württemberg. 1952 Wahl zum OB durch die Heidelberger Bürger mit absoluter Mehrheit. 1958 Abwahl und Rückzug nach Stuttgart.
    (Dr. Reinhard Riese)
  • Scheel , Gustav Adolf (1907-1979), 1928-1934 Studium in Heidelberg und Tübingen, 1934 Staatsexamen in Medizin, ein Jahr später Promotion. 1930 NSDAP, 1934 SS. Vorsitzender des AStA Heidelberg und Kreisführer Südwest der deutschen Studentenschaft, Gaustudentenführer. 1935 Ehrensenator an der Universität Heidelberg. 1936-1945 Reichsstudentenführer. 1935-1939 Leitung des SD-Oberabschnitts Stuttgart, 1939 Inspekteur der Sicherheitspolizei und des SD-Oberabschnitts Stuttgart. 1941 Reichsstatthalter und Gauleiter in Salzburg. 1949 bis 1977 Arzt. 
    (Philipp Haase)
  • Schlierbach, Helmut (1913-2005)
    1938-42 RSHA, 5/1942 Außenkommandoführer Einsatzgruppe C,  6/1942 BdS Kiew, danach Sonderkommando 4a bei der Einsatzgruppe C, 1943 KdS Dnjepropetrowsk, 12/1943 Gestapochef von Straßburg, verantwortlich für 108 Morde an Mitgliedern der französischen Widerstandsgruppe Alliance in Schirmeck sowie weitere 56 Morde in Kehl, Rastatt, Offenburg, Freiburg, Bühl, Pforzheim, Gaggenau. 11/1944-2/1945 Gestapochef in Karlsruhe. 1954 in Metz Todesurteil, aber nicht ausgeliefert. Gestorben in Offenbach/Hessen, dort offenbar Syndikus des Sparkassen- und Giroverbandes, SS-Sturmbannführer
    (Prof. Dr. Christoph Kopcke)
  • Schmelcher, Dr. Otto Heinrich (1888, Ettenheim -?)
    Studium der Medizin, 13.12.1916 Approbation. Ab 15.1.1929 Obermedizinalrat im badischen Innenministerium, ab November 1931 zugleich Bezirksarzt in Karlsruhe, wurde zum 1.4.1935 zum Leiter des neugegründeten Gesundheitsamts in Karlsruhe ernannt. Als solcher und als Beisitzer eines Erbgesundheitsgerichts war er an der Durchführung des Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses beteiligt. Am 4.10.1947 wurde Schmelcher in Karlsruhe als Mitläufer eingestuft.
    (Miriam Koch)
  • Schmitthenner, Ludwig Paul (1884 in Neckarbischofsheim – 1963 Heidelberg). Historiker, 1925-1933 MdL (DNVP), 1933 NSDAP, 1933 Ordinarius für Geschichte der Universität Heidelberg, 1934 SS, 1938 Rektor der Universität Heidelberg 1940 badischer Kultusminister.
    (Viktor Fichtenau)
  • Six, Franz (alias Georg Becker) (12.08.1909 Mannheim - 09.07.1975 Bozen), 1939: Mitarbeiter im RSHA (Leiter Amt II), Abteilung II/1  Gegnererforschung) und I/3 des Hauptamtes SD, nach 1945: Werbechef der Porsche Diesel Motorenbau GmbH
    (PD Dr. Gideon Botsch)
  • Stäbel, Oskar (* 25. Mai 1901 in Wintersdorf bei Rastatt, Baden; † 4. Mai 1977 in Karlsruhe) war Ingenieur und „Multifunktionär“ während der Zeit des Nationalsozialismus. Er war Stadtrat in Karlsruhe und Reichstagsabgeordneter für die NSDAP, Mitglied der Obersten SA-Führung, Reichsredner der NSDAP, Reichsführer des NSDStB, Reichsschulungsobmann des NSBDT, Reichsfachredner für techno-politische Fragen, Direktor des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI), später dann Mitarbeiter der Organisation Gehlen und des Bundesnachrichtendienstes (BND).
    (Katharina Müller?)
  • Ulmer, Eugen (1903-1988), 1921-1924 Studium der Rechtswissenschaften in Tübingen und Berlin, 1930 Professor in Heidelberg, 1933 in SA und „NS-Rechtswahrerbund“, 1937 NSDAP, 1943 Kriegsrichter beim Gericht der Division 172, mindestens an 2 Todesurteilen beteiligt, nach 1945 Professor in Heidelberg und ab 1955 in München, von 1965-1973 Direktor des Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Patent-, Urheber- und Wettbewerbsrecht in München.
    (Jan Ohnemus)
  • Voelkel, Helmut  (1902-1945), März bis Mai 1933 persönlicher Mitarbeiter von Finanz- und Wirtschaftsminister Köhler, danach Referent im bad. Finanz- und Wirtschaftsministerium, zeitweise Außenstelle der Staatskanzlei in Berlin, dann Landesgewerbeamt und erneut im Ministerium; NSDAP-Mitglied seit 1926
    (Katrin Hammerstein)
  • Wagener, Otto (29.4.1888 in (Karlsruhe-)Durlach, gest. 9.8.1971 in Chieming) „alter Kämpfer“, SA-Gruppenführer, 1933 Leiter des Wirtschaftspolitischen Hauptamtes der NSDAP, Berater Hitlers in Wirtschaftsfragen, scheiterte dabei, Wirtschaftsminister zu werden, fiel in Ungnade, Rückzug ins Erzgebirge, 1937 erneut SA, mit Kriegsbeginn Wehrmacht, 1944 Generalmajor, auf Rhodos Einrichtung des KZ Kallithea (Calitea), dort Erschießung italienischer Kriegsgefangener. 1945 Gründung einer "Rhetoren-Schule", die nach der Kapitulation zur "Universität des Widerstands" werden sollte. Schrieb 1946 in britischer Gefangenschaft 2300 Seiten biografische Aufzeichnungen. 1951 aus italienischer Gefangenschaft nach Intervention Bischof Alois Hudal/MdB Höfler entlassen.
    (Dr. Wolfgang Proske)
  • Wünsch, Robert.
    De facto Lagerleiter des KZ Rotenfels, arbeitete nach 1945 bei der Kripo in Essen.
    (Martin Walter)
  • Wurster, Georg, Kreisleiter Calw
    (Dr. Karl J. Mayer)